18.10.2011 / Wort zum Tag

Psalm 14,3

Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

Psalm 14,3

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Das ist ein sehr negatives, ein schockierendes Urteil über Menschen, bei denen der Glaube an Gott nicht mehr zählt. Welche Menschen sind hier gemeint? Alle? Die ersten Verse des Psalms geben eine Antwort. Da heißt es:
Die Toren sprechen in ihrem Herzen: »Es ist kein Gott.« Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut. Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.

Wer also ist gemeint? Die Antwort lautet: Die Toren, die Dummköpfe,  die ihren Verstand nicht gebrauchen oder ihn missbrauchen, in dem sie behaupten: Es gibt keinen Gott. Zunächst waren damals im Volk Israel die führenden Kreise gemeint, denen es gut ging, die auf Kosten der Armen lebten, die sich an ihnen bereicherten und nur auf ihre eigenen Vorteile bedacht waren. Sie waren überzeugt, dass es Gott nicht gibt. „Man kann doch auch glücklich sein ohne Gott“, mögen sie sich gesagt haben. Dabei lebten sie in einer frommen Umgebung, hatten eine religiöse Unterweisung genossen und von den wunderbaren Taten Gottes gehört, wie er sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei befreit und bis in ihre Zeit hinein liebevoll geführt hat. Und trotzdem behaupteten sie: Es gibt keinen Gott. Das Urteil Gottes über sie, ausgesprochen durch den Psalmsänger, lautet: Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer
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Ich erinnere mich noch sehr gut, wie vor zwei Jahren der Internationale „Bund der Konfessionslosen und Atheisten“ in vielen deutschen und europäischen Städten eine Kampagne gegen Gott organisierte und diese dann mit Bussen durchführte. Auf  den Bussen standen, für jedermann gut sichtbar, die Worte: Es gibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott. Die Zeiten haben sich nicht geändert, was den Glauben an Gott betrifft. Schon damals hieß es: Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es gibt keinen Gott. Die Vertreter des Internationalen Bundes der Konfessionslosen behaupteten nach ihrer geradezu militanten Aktion: Wir haben in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen mit unserer Botschaft erreicht. Wir haben erreicht, dass Nichtreligiöse eine stärkere Präsenz in öffentlichen Debatten einfordern. Dass sie positive Werte haben und im Zentrum der Gesellschaft stehen. Kirchen und andere Institutionen konnten wahrnehmen, dass sie mit Nichtreligiösen in Zukunft stärker rechnen müssen – als kompetentem Gegenüber auf gleicher Augenhöhe.

Zum Glück gab es vor zwei Jahren einige engagierte Christen, die das nicht einfach hinnehmen wollten, dass in unserem Land Gottlose mit missionarischem Eifer Zeitgenossen überzeugen wollten, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott gibt. Darum fuhren sie mit ihrem Gott-kennen-Bus den Atheisten überall hinterher. Auf ihrem Bus war aber zu lesen: Und wenn es ihn doch gibt? Diese Frage hat sicherlich viele Menschen in unserem Land nachdenklich gemacht. Ich habe im Zusammenhang mit dieser Aktion vor zwei Jahren gelesen: Wo Gott geleugnet oder bekämpft wird, da wird bald auch der Mensch und seine Würde geleugnet und missachtet. Eine Gesellschaft ohne Gott ist die Hölle auf Erden.“ Die neuere Geschichte in unserem Land, aber auch in vielen anderen Ländern hat das bestätigt.

Sollten wir uns nun fürchten, dass es den Toren, den Gottlosen  gelingen könnte, den Glauben an Gott abzuschaffen? In Psalm 2 steht: „Warum toben die Heiden? Aber der, der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.“ Und Jesus hat gesagt: „Ich will meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

Autor/-in: Pastor i. R. Dietrich Otto