07.09.2022 / Wort zum Tag

Glücklich die Menschen, die im Hause Gottes wohnen

Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

Psalm 84,2

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Pilgerzüge zum Tempel, dem Heiligtum in Jerusalem, waren im Leben Israels bedeutende Höhepunkte. Ganze Familien reisten zusammen, und an jedem Rastplatz wurde die Schar der Pilger größer. Sie lagerten in sonnigen Lichtungen, sangen beim Wandern auf der Straße, erklommen Hügel und durchzogen tiefe Schluchten.

Auf diesen großen Pilgerzügen sammelte man viele Erinnerungen. Je näher man dem Ziel kam, um so fröhlicher wurde man. Wer nicht mit pilgern konnte, war in Gedanken dabei.

So mancher, der zu Hause bleiben musste, hat dort sicher mit Tränen in den Augen das Pilgerlied angestimmt: „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!“  

Der Psalmbeter möchte gerne in der Nähe Gottes sein. Damals in Israel war man Gott besonders nahe, wenn man in den Tempel ging.

Dort hatte Gott seine Nähe zugesagt. Dort in der lobenden und anbetenden Gemeinde war auch die Nähe Gottes besonders zu erfahren.

Wir sehen den Pilger beim Hause Gottes stehen. Er beobachtet ganz genau alles, was hier geschieht. Und da sieht er wie Vögel dort beim Hause Gottes ihre Nester bauen. Er sieht, dass die Schwalben ganz nahe beim Altar nisten. Er staunt und sagt:

"Sogar die Vögel dürfen bei dir wohnen; die Schwalben bauen ihre Nester bei deinen Altären und ziehen dort ihre Jungen auf."

Dann kann er nur noch ausrufen: „Wie glücklich ist jeder, der in deinem Hause Wohnrecht hat und dich dort immerzu preisen kann.“

Nun denke ich an mich. Habe ich auch Wohnrecht bei Gott?

Ja, auch ich darf Wohnrecht haben im Hause Gottes.

"In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen", sagt Jesus (Joh.14,2).

Der Apostel Paulus schreibt den Christen in Ephesus: „Ihr seid nun Gottes Hausgenossen" (Eph.2,l9).

Jeder, der durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Kind geworden ist, gehört zu diesen glücklichen Menschen, die im Hause Gottes Wohnrecht haben.
Im Gespräch mit seinen Jüngern sagt Jesus einmal: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“

So nahe will Gott uns kommen. Er will in uns selbst wohnen. Das finde ich richtig gut.

„Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth“, kann ich ja dann auf mich selbst beziehen. Ist das nicht großartig. Aber es stellt mich auch in die Verantwortung, danach zu leben. Dazu brauch ich Gottes Hilfe durch seinen Heiligen Geist.

Autor/-in: Eberhard Adam