Just do it
In der Bibel steht einiges, über das man lang und breit diskutieren kann. Manches fordert uns aber auch ganz einfach und klar dazu auf, zu handeln.
Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen. (5. Mose 15,11)
Eigentlich könnte diese Andacht sehr kurz ausfallen. Mit dem Vers aus dem 5. Buch Mose ist schließlich alles gesagt, oder? Doch der Knackpunkt ist wie so oft: Wir müssen das, was die Bibel sagt, tatsächlich auch tun!
Der Vers mag schon ziemlich alt sein, und unsere Lebenswelt ist heute ganz anders als die der Israeliten, an die diese Worte zuerst gerichtet wurden. Unser Gott allerdings ist immer noch derselbe – und seine Werte sind nach wie vor gültig! Das 5. Buch Mose etwa ist voll von Bestimmungen, die sich der Witwen und Waisen, der Fremdlinge und eben der Armen annehmen. Auch das von Gott verordnete Sabbat- sowie das Jubeljahr machen deutlich, welchen Stellenwert Gott sozialer Gerechtigkeit einräumt.
Die Wenigsten von uns haben die Möglichkeit, für umfassende soziale Gerechtigkeit in unserem Land zu sorgen. Das kann mutlos und passiv machen. Interessant ist aber, dass der Vers auch gar nicht verspricht, dass es irgendwann keine Armut mehr geben wird. Er fordert uns lediglich auf, unsere Hand zu öffnen. Großzügig zu sein. Mit anzupacken und eben nicht passiv zu sein.
Ein großes Herz für kleine Leute
Wie können wir nun im Sinne dieses Verses handeln? Das Engagement fängt bei jedem Einzelnen an. Verhalte ich mich meiner Familie, meinen Freunden und Arbeitskollegen gegenüber solidarisch und sorge so für eine „gerechte Atmosphäre“?
Dann ist natürlich der Umgang mit Geld entscheidend: Kaufe ich immer alles, was ich haben will? Oder hinterfrage ich manche Anschaffung, um vielleicht Geld für Bedürftige zur Verfügung stellen zu können?
Die Hand zu öffnen kann auch bedeuten, sich ehrenamtlich in einem sozialdiakonischen Projekt zu engagieren. Hier sind auch Gemeinden gefragt, die derartige Projekte sogar selbst ins Leben rufen können.
Gott liegen die Armen und Schwachen am Herzen – uns auch?
(Foto: cydonna/ photocase.com)
Leserbrief zu diesem Beitrag
- Von Elke Allaert am 10.02.2010, 21:37 Uhr.
- Bingo, liebe Ilona, ein guter Text, der ins schwarze trifft!!
- Von anke krickhahn am 09.02.2010, 6:35 Uhr.
- Es ist wichtig, die ganze Bibel zu verstehen, damit man nicht in die entgegengesetze Richtung kommt. Jesu Speise war es,allezeit den Willen des Vaters zu tun-Jo.4/34 Darum war er stark
Böses im Guten zu überwindn.Wer auf eigene Weisheit baut und der Not dieser Welt begegnet, wird verzweifeln. Eph.2/10 steht, daß wir in CHristus zu guten Werken geschaffen sind, die Gott zuvor bereitet hat für uns - darauf laßt uns konzentrieren und tun, was der Geist des Vaters uns sagt. Am rechten Ort zur rechten Zeit helfen macht HEILFROH - Von Steve am 01.02.2010, 10:44 Uhr.
- Schöner Beitrag, der uns wirklich dazu ermuntern sollte, mehr praktische Nächstenliebe zu leisten. In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Missionskrankenhaus in den Anden Perus hinweisen. Dort wird praktische Nächstenliebe an den ärmsten Einwohnern Perus, den Quechua-Indianern, geleistet: http://www.diospi-suyana.com
- Von charly am 01.02.2010, 8:19 Uhr.
- Bravo für diesen Beitrag !!
"Das Engagement fängt bei jedem Einzelnen an".


